Hochzeitstag Teil V

Februar 25th, 2008

Rosen

 

War es nicht zu erwarten gewesen, dass er nicht die ganze Zeit an der Seite seiner Gefährtin zu finden sein würde? Ein Umstand, der Verständnis verlangte. Und Geduld. Aber das Wissen, dass dies eine fast einmalige Gelegenheit für Aidan war, sich mit ein paar der Anwesenden unter vier Augen zu unterhalten, machte es womöglich einfacher, auf seine Anwesenheit zu verzichten. Und auch um Drusilla kümmerte ich, schließlich war sie nicht nur Martainn’s Hochzeitsgast, sondern in erster Linie seine Bekannte. Dass Phemia in diesen Momenten jedoch nicht von seiner Seite wich, nahm er mit einem gutmütigen Schmunzeln zur Kenntnis. Er empfand Stolz. Er hatte sich schon in ihm geregt, noch bevor die Hochzeitsgefährten des Bräutigams zu singen begannen und er ließ ihn nicht los. Und dann, als er die Spitzen seiner Pfeile in die Flammen hielt, auf dass sie selber brannten und die Freudenfeuer entzündeten, fühlte er sogar eine eigenartige Rührung, die nur ein liebender Bruder ihm nachempfinden konnte. Ja, er war stolz auf Martainn und er erzählte Phemia davon. Und irgendwann verlor sie ihn dann aus den Augen. Bestimmt zwei Stunden waren vergangen, seit sie ihn das letzte Mal neben sich gehabt hatte, aber die Zeit verging schnell, denn alleine war sie deswegen dennoch ganz und gar nicht. Immer wieder kam jemand zu ihr und redete mit ihr und selbst sie kannte inzwischen viele Gesichter und gerade Camea’s Freundinnen, mit denen sie genäht hatte, kümmerten sich rührend um Phemia. Sie wurde Verwandten, Bekannten und Freunden vorgestellt, lernte den strengen, dennoch aber freundlichen Vater Aidan’s kennen und auch seine Mutter, die liebliche Lianra, deren Lächeln immer ein wenig geheimnisvoll wirkt. Ein würdevolles Paar, dessen Haar ob der vielen Jahre des Lebens schlohweiß geworden ist. Und ein Elternpaar, das Glück empfindet.

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