Der Eindruck des Malers Teil I
April 7th, 2008
In mildem Blauschwarz hatte sich die Nacht über das Land gelegt, begleitet von Stille und einem leisen Wind, welcher die Blätter des Waldes rascheln ließ, so dass man an ein fernes Flüstern glauben wollte. Blasses Mondlicht tauchte das Anwesen, auf welchem das Tavernenspital lag, in dunkles Silber, die Fenster spiegelten das ferne Firmament matt und wirkten dabei dennoch wie dunkle Löcher, die in der Hauswand klafften. Seine unfreiwillige Komplizin wartete an der Hauswand und hielt Wache, während er befreit von Gehrock, Schuhen und Strümpfen die Hauswand hoch kletterte und sich Zugang durch ein Fenster verschaffte, das zwar geschlossen war, als er bei diesem ankam, ihn mit seinen diebischen Künsten jedoch nicht aufhalten konnte. Dunkel war der Raum, welchen er nun betrat, jedoch besaß Ped das nötige Gespür dafür, sich an dem unbekannten Ort leise zu bewegen, ohne gegen Einrichtungsgegenstände oder Wände zu stoßen. Und schließlich fand er auch die Tür, welche in einen Flur hinaus führte. Und in Anbetracht der anderen Türen, die von diesem abgingen, wurde dieser sicherlich rege beschritten. Zu diesem Zeitpunkt jedoch war ein Lichtstreifen unter einer der Türen der Einzige Zeuge davon, dass sich außer Ped noch andere, wache Personen in dem Gebäude aufhielten. Ein Problem hatte er dennoch. Er hätte womöglich früher darüber nachdenken sollen, wie sich sein Vorhaben am besten verwirklichen ließ, jedoch war sein Einbruch viel zu spontan gewesen. Angestachelt durch seinen verletzten Künstlerstolz war er überhaupt erst auf den Gedanken gekommen und nun stand er hier in dem Flur und holte die Mappe hervor, welche er unter seine zugeknöpfte Weste geschoben hatte, so dass er sie bei sich tragen konnte und dennoch beide Hände zum klettern frei gehabt hatte.