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Hochzeitstag Teil II

Montag, Januar 28th, 2008

Und imposant war der Einzug des Bräutigams und der Männer, die ihn begleiteten. Ihr Gesang hallte über die Schlucht, noch ehe der Erste von ihnen zu sehen war und schon bald stimmten die Feiernden Parlussan‘s mit ein. Man hatte Camea wohl angemerkt, dass das erklingen des Gesanges sie beinahe dazu bewogen hätte, sich aus dem Staub zu machen, ihre verheirateten Freundinnen jedoch, allen voran Marina, hatten ihr zugeprostet und mit bestem Beerenbrand wurde die Aufregung schließlich bekämpft. Ein Podest hatte man gebaut, mit Blumen und Herbstblättern geschmückt, von Efeuranken eingerahmt. Mit klopfendem Herzen raffte Camea ihre Röcke und stieg die Treppe empor, geführt von ihrem Vater, welcher sie dem bereits schon wartenden Martainn übergab. Ein ernster Blick, den Brautvater und Bräutigam tauschten, er gehörte zur Tradition, ebenso wie das Grinsen, das darauf folgte. Und Martainn‘s Mutter, Lianra, sie fasste Camea an den Händen und ließ sie sanft lächelnd wissen, dass sie ihrem Gemahl nur viele Kinder schenken müsse, dann werde die Ehe eine glückliche und eine lange. “Er wird mit dem Kinder machen zu beschäftigt sein, um noch an anderes denken zu können.“ warf irgend jemand ein und frohes Gelächter war die Antwort darauf.
Der Abgesandte des Herzoges, welcher gleichermaßen der Verwalter der Sippenverzeichnisse war, begann mit der Zeremonie. Und Camea war nicht die Einzige, welche mitunter Unglauben empfand, denn irgendwie war es absurd, was hier geschehen würde. Sie würde heiraten.

 

Ringe

Hochzeitstag Teil I

Montag, Januar 28th, 2008

Als wüsste das Wetter darum, welcher Tag heute war, zeigte es sich von seiner besten Seite. Goldene Strahlen erhellten den Tag und ließen das Rot, Gelb und Braun des Mischwaldes, welcher Parlussan einrahmte, erstrahlen. Herbstblumengirlanden waren um die Seilgeländer der Hängebrücken gewunden worden und die ganze Siedlung hatte sich daran beteiligt, für das Fest zu kochen und zu backen. Weinfässer wurden aufgeschlagen, Met wurde erwärmt und über einem großen Feuer brutzelte ein Ochse. Eine Woche lang hatte man das Brautpaar getrennt. Aber auch viele andere Paare hatten diese Zeit der Trennung durchlebt und so war dieses Fest nicht zuletzt auch von sehr viel Wiedersehensfreude geprägt. Die Verwandtschaft Camea‘s und auch Donngal‘s Sippe war zugegen, alleine diese beiden Familien hätten gereicht, um ein großes Dorf zu bevölkern. Aber nicht nur Verwandte waren zu diesem Fest gekommen, sondern auch Freunde und Bekannte, Gesichter, die man lange nicht gesehen hatte und Menschen, mit denen man es jeden Tag zu tun hatte. Es schien, als hätte sich das gesamte Herzogtum versammelt und überall wurde gelacht und gefeiert und gespannt auf den Höhepunkt des Tages gewartet. Schön war er gewesen, der Einzug der Braut und ihrem Hochzeitsgefolge. Die Frauen hatten gesungen und Kinder hatten Blumen gestreut und die Braut schien an diesem Tag güldener zu Strahlen, als die Sonne. Eine prachtvolle Braut war sie, darin waren alle sich einig und nicht wenige Junggesellen beneideten den Totengräber um das Glück, Camea bald sein angetrautes Weib nennen zu dürfen.

 

Die Braut